
Das Limburgs Museum ist von Jeanne Dekkers entworfen worden. Das Gebäude besteht aus zwei Haupttrakten, die jeweils eine eigene Funktion haben. Der geschlossene Teil beherbergt die Kollektionen und Ausstellungen des Museums, im transparenten Teil befinden sich die Büros, Tagungsräume und ein Restaurant. Der Gebäudezugang ist zwischen den beiden Trakten in Form einer großzügigen, leicht ansteigenden Treppe platziert, die in das große Foyer zwischen Mauer und Glaskasten führt. Der Museumsteil besteht aus einer leicht gebogenen Mauer von 100 Metern Länge und 16 Metern Höhe.
Die Mauer ist an der Außenseite aus groben roten Ziegelsteinen gemauert. Durch die Verwendung von zwei unterschiedlich dicken Steinsorten und einer tief zurückliegenden, grauen Fuge entsteht eine Mauer mit einer sehr charakteristischen, natürlich aussehenden Struktur. Die Innenseite der Mauer ist aus rosa-rotem Beton gemacht.
Der Besucher kann beliebig vom Hauptgang aus in einen der Themensäle gehen. Von dort aus kann man dann in einen der angrenzenden Säle gehen oder wieder auf den Gang zurückkehren. Der Gang wird auf diese Weise zu einer Metapher für eine Reise durch die Zeit, die der Museumsbesucher macht.
Der transparente Teil des Museums beherbergt im Erdgeschoss das Restaurant und auf den oberen Etagen die Büro- und Tagungsräume für die Museumsmitarbeiter. Auffallend ist auch, dass die Bauweise dieses Gebäudeteils überall sichtbar ist; so sind die Säulen mit Stahlträgern an manchen Stellen im Raum absichtlich zu sehen. Jeder Raum in diesem Gebäudeteil hat aufgrund der Verwendung von großen Glasfenstern ein hohes Maß an Transparenz.
Schließlich ist da noch das große Foyer zwischen den beiden Gebäudeteilen des Museums. Einerseits bildet es den Museumseingang, andererseits formt es die Verbindung zwischen den Sälen und den öffentlichen Räumen und Büros. Diese Verbindung ist mit Hilfe von zwei Brücken geschaffen worden, wobei jede von ihnen auf eine besondere Weise materialisiert ist. Die untere Brücke ist als Betontreppe konstruiert, die auf beiden Seiten ein unterschiedliches Treppengeländer hat. Die obere Brücke ist als hängende Metallkonstruktion ausgeführt, die teilweise von einem blau bemalten Dach überspannt wird. Dadurch gewinnt man den Eindruck über das Gebäude hinauszuragen.
Inspiriert durch den StandortDas Museum steht an einer Stelle, an der jahrhundertelang die Stadtmauern und Festungsanlagen der Stadt lagen. Nachdem diese im Jahr 1870 geschleift worden waren, wurde das Gelände als Rangierplatz für private Eisenbahngesellschaften benutzt, die via Venlo eine wichtige internationale Verbindung unterhielten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf diesem Gelände der Julianapark angelegt. An der Bahnhofsseite ist übrigens die älteste in den Niederlanden erhaltene Tankstelle zurückzufinden. Die Esso-Tankstelle wurde 1933 gebaut und hat seit den 70er Jahren verschiedenen Einrichtungen und Betrieben Unterkunft geboten. Die Geschichte des Geländes ist für Jeanne Deckers eine wichtige Quelle der Inspiration für ihren Museumsentwurf gewesen. Am deutlichsten lässt sich das an der gewaltigen Mauer aus rotem Stein festmachen, deren Vorlage die alte Stadtmauer ist, die ebenfalls aus rotem Backstein gefertig war. Die direkte Inspiration hierfür beruht auf einem Gemälde von Frans Everts aus dem Jahr 1613 „Die Belagerung von Venlo“, worauf die rote Stadtmauer zu sehen ist. Genauso wie die alten Stadtmauern die Stadt beschützen mussten, ist auch die Museumsmauer leicht gebogen, um auf diese Weise quasi das Stadtzentrum zu umarmen. Auch der Aufbau des Museums in Kombination mit den verwendeten Materialien trägt eine bestimmte Symbolik in sich. Die Museumssäle haben an der Außenseite eine Fassadenverkleidung aus rotem Zedernholz. Die Verwendung von Holz steht hier symbolisch für die Bauweise seit der Jungsteinzeit. Die rote Ziegelsteinmauer steht ihrerseits wieder für die Bauweise der Römerzeit und des Mittelalters. Der transparente Teil mit den öffentlichen Funktionen, eine Kombination aus Stahl und Glas, symbolisiert das Bauen in der Moderne. Auf diese Weise erzählt das Museum nicht nur die Kulturgeschichte der Region, sondern im gewissen Sinn auch ein Stück niederländische Baugeschichte. Die Tankstelle dient nun als Informationszentrum.