
In Limburg spielt das Vereinsleben eine wichtige Rolle. Es ist ein soziales Netzwerk. Im Vergleich mit anderen Provinzen sind die Menschen hier häufiger Mitglied in einem Verein. Viele Limburger gehören selbst zwei oder drei Vereinen an. Die Chance ist also groß, dass man einander mehrere Male pro Woche oder Monat trifft. Sehr beliebt sind vor allem Musikkapellen, Chöre und Theatergruppen. Karnevalsvereine und Schützenvereine kommen anderswo in den Niederlanden kaum vor. Siege, Jubiläen oder einfach die Freude am Zusammensein sind Gründe für ein Fest. Da Gefühle am besten in der Muttersprache ausgedrückt werden können, ist der limburgische Dialekt hier die „Verkehrssprache“. Es gibt übrigens nicht den einen limburgischen Dialekt. Jede Stadt, jedes Dorf, jedes Stadtviertel oder auch jede soziale Gruppe hat einen eigenen Dialekt. Das Interesse an Dialekten und deren Wertschätzung hat in den letzten 25 Jahren enorm zugenommen. Die Galionsfigur ist hierbei die Gruppe „Rowwen Hèze“, die den Dialekt aus dem Dorf America (im Gebiet des „Grote Peel“) in den Niederlanden populär gemacht hat. Anhand der Geschichte des Karnevalsbrauchtums in Limburg wird das Vereinsleben beispielhaft skizziert.