
In der neuen Dauerausstellung “Limburg entsteht… immer wieder neu” kommen zwei Themen zur Sprache: die Geschichte Limburgs von 1794 bis heute und die limburgische Identität. Es sind komplexe Themen, die nicht immer einfach zu erklären sind. Aber sie werden so spannend und spielerisch in Szene gesetzt, dass die Aufmerksamkeit nicht nachlässt. Auch die klare Anordnung sorgt dafür, dass der Besucher nicht in einem zähen Brei von Fakten versinkt. Im Saal “Limburg entsteht...immer wieder neu” wird auf zwei Jahrhunderte Geschichte zurückgeblickt, dies aber mit einer frischen und überraschenden Sichtweise. So dient z.B. eine mehr als 50 Meter lange Vitrine mit wichtigen Ausstellungsstücken aus der Geschichte Limburgs als Zeitlinie. Um die Übersichtlickeit zu gewährleisten, hat man sich für 5 Themen entschieden: Politik, Glaube, Arbeit, Migration und Identität.
Entlang dieser Zeitlinie tun sich dem Besucher an unerwarteten Stellen plötzlich Themenräume auf, in denen mit bühnenhaften Arrangements und fortschrittlichen audivisuellen Techniken die Vergangenheit zum Leben erweckt wird. Im Zimmer eines Landkartenzeichners wird z.B. die komplizierte Geschichte der sich verändernden limburgischen Grenzen deutlich gemacht. Am Zeichentisch erscheinen wie aus dem Nichts Hände, die Linien ziehen und auch wieder ausradieren. Durch eine große Fabriktür schaut man in die Halle der Porzellanfabrik von Petrus Regout, in der Maastrichter Mädchen von einem „holländischen“ Aufseher bei der Arbeit angetrieben werden. Etwas weiter betritt der Besucher den kleinen Laden eines limburgischen Wallfahrtsortes, in dem Devotionalien und religiöse Andenken verkauft werden.
Neben der limburgischen Geschichte ist die limburgische Identität ein Hauptthema im Saal “Limburg entsteht…immer wieder neu”. Limburger können sich offiziell erst seit 1815 Limburger nennen. Damals wurde die Provinz zum ersten – aber nicht zum letzten – Mal in ihren Grenzen festgelegt und erhielt ihren Namen. Aber es ging noch viel Wasser die Maas hinunter bis die Limburger sich nicht nur Limburger nannten, sondern auch als Limburger fühlten. Im Zweiten Weltkrieg, aber vor allem im Jahrzehnt danach, entstand das “Limburggefühl”. Die Dialekte spielten dabei eine wichtige Rolle. Das Wissen darüber kann in einem Dialektquiz überprüft werden und auf einer digitalen Dialektkarte, mit der die Besucher mehr über die limburgische Sprache in all ihren Varianten erfahren können. Man verlässt den Saal dann entlang einer Wand mit den Porträts von Limburgern. Dabei werden Fragen gestellt wie: “Was macht jemanden zum Limburger? Muss man dort wohnen? Oder geboren sein? Darf sich nur derjenige Limburger nennen, der auch den Dialekt spricht?” Die Antworten darauf bleiben dem Besucher überlassen.